• Wissenschaft

    ist etwas noch nicht ganz

    Gefundenes

    und nie ganz

    Aufzufindendes

    Zitate von Wilhelm von Humboldt
  • Es ist unglaublich, wieviel

    Kraft die

    Seele dem Körper

    leihen vermag.

    Zitate von Wilhelm von Humboldt
  • Man muss die

    Zukunft

    abwarten und die

    Gegenwart

    genießen oder ertragen.

    Zitate von Wilhelm von Humboldt
  • Wer in dem

    Augenblick

    suchen muss,

    wo er braucht,

    findet schwer.

    Zitate von Wilhelm von Humboldt
  • Das Erste und

    Wichtigste

    im Leben ist,

    dass man sich selbst zu

    beherrschen sucht.

    Zitate von Wilhelm von Humboldt
  • Bilde dich selbst,

    und dann

    wirke auf andere

    durch das, was du bist!

    Zitate von Wilhelm von Humboldt

Wilhelm von Humboldt

Wilhelm von Humboldt (1767–1835)

Heutigen Zeitgenossen ist Wilhelm von Humboldt vor allem als Begründer des deutschen Universitätsmodells ein Begriff, ein Modell, das auf den Imperativ der Forschung setzt: Die “Eigenthümlichkeit der höheren wissenschaftlichen Anstalten” liegt darin, “dass sie die Wissenschaft immer als ein noch nicht ganz aufgelöstes Problem behandeln und daher immer im Forschen bleiben”.

In diesem Sinne hatte Humboldt bereits 1795 postuliert, dass “die physische Natur nur Ein großes Ganze[s] mit der moralischen ausmacht und die Erscheinungen der beiden nur einerlei Gesetzen gehorchen”. Geistige Produktivität und moralisches Handeln lassen sich nicht von der “sinnlichen Natur” und der Geschlechtlichkeit des Menschen trennen. Dieser Denkweise, nach der auch “der Gedanke, dieser feinste und letzte Sprössling der Sinnlichkeit”, seinen “Ursprung” in der Geschlechtlichkeit hat, folgen dann auch Humboldts spätere Überlegungen zum “Sprachsinn”.

Denkmal Wilhelm von Humboldts vor der Humboldt-Universität in Berlin
Denkmal Wilhelm von Humboldts vor der Humboldt-Universität in Berlin

Im Kontext der Entstehung der Sexualwissenschaft wurde Humboldts Ansatz, geistige Tätigkeit des Menschen und sein Handeln nicht von seiner “sinnlichen Natur” abzutrennen, zunächst von Havelock Ellis in seinen “Studies in the Psychology of Sex” aufgegriffen, später von Sigmund Freud in seinen “Abhandlungen zur Sexualtheorie” fortgeschrieben. Iwan Bloch, der programmatische Begründer und Namensgeber der Sexualwissenschaft bezog sich dann unmittelbar auf Humboldt.
In der gegenwärtigen Sexualmedizin - dem klinischen Anwendungsfach der Sexualwissenschaft - lässt sich Humboldts Ansatz eine zentrale Rolle zuweisen: Einmal basiert die sexualmedizinische Diagnostik und Behandlung auf einem bio-psycho-sozialen Zugang zu sexuellen Störungen und zum anderen auf einem “Modell der Dialogik” wie es Humboldt in seiner Sprachforschung vorgedacht hatte. Dieses Modell lässt sich auch auf die sexuelle Kommunikation übertragen und kennzeichnet den Fokus sexualtherapeutischer Interventionen, die an der komplementären Verbundenheit der Partner ansetzten, um die sexuelle und partnerschaftliche Beziehungszufriedenheit zu verbessern.

Sich als Stiftung einem wissenschaftlichen Vermächtnis auszusetzen, wie es Humboldt mit seinem Zugang zur Natur des Menschen über die Geschlechtlichkeit paradigmatisch eröffnet hat, verpflichtet somit zur uneingeschränkten Offenheit gegenüber all jenen seelischen, körperlichen und gesellschaftlichen Vorgängen, die damit im Zusammenhang stehen.

Wilhelm von Humboldt, Porträtstatue von Bertel Thorvaldsen, 1808
Wilhelm von Humboldt, Porträtstatue von Bertel Thorvaldsen, 1808