Interdisziplinäres Ausstellungsprojekt

der Wilhelm von Humboldt-Stiftung
in Kooperation mit dem Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin

[PAARE]:

„…, dies unermessliche Ganze zu bilden.“

(Wilhelm von Humboldt, 1795)

Sexualität und die Weitung des Ichs in der Paarbindung
Eine künstlerische Untersuchung im Dialog mit der Wissenschaft

Ausstellung vom 22. Dezember 2018 bis 6. Januar 2019 in der Hörsaalruine des Medizinhistorischen Museums der Charité (Campus Charité Mitte, Virchowweg 17, 10117 Berlin, Eingang über Alexanderufer).

Eintritt frei, bitte an der Kasse melden.
Öffnungszeiten: Di, Do, Fr, So 10 - 17 Uhr; Mi & Sa 10 - 19 Uhr; Mo geschlossen.

Es werden Werke von Vlastimil Beneš (1919-1981), Monika Brachmann (*1944), George Grosz (1893-1959) und Lilli Hill (*1976) gezeigt.

Am 4. Januar 2019, 17.00 Uhr, findet in der Ausstellung die Hauptveranstaltung zum Thema „Sexualität und Paarbindung“ als Podiumsgespräch zwischen Sexualmedizin, Kunst- und Kulturwissenschaften und Bildender Kunst statt.
Teilnehmer: Prof. Dr. Dr. Klaus M. Beier (Charité Berlin), Lilli Hill (Malerin, Thalwil/Schweiz), Prof. Dr. Karlheinz Lüdeking (UdK Berlin), PD Dr. Rosa Gräfin von der Schulenburg (AdK Berlin)
Moderation: Frank Kaspar (Kulturjournalist, Berlin)

Eintritt frei, um Anmeldung wird gebeten unter http://bit.ly/paare-berlin

Zum Projekt:

Das Bedürfnis nach einer exklusiven Paarbindung ist eine menschliche Universalie. Wilhelm von Humboldt hat wohl als erster Wissenschaftler solch eine Paarbindung als überindividuelle Einheit beschrieben, die mehr ist als die Summe ihrer Teile ist und es einem Individuum überhaupt erst erlaubt, sein Selbst in größtmöglicher Vollkommenheit auszubilden. Dabei stellt er zwar die sinnliche Komponente der Paarbeziehung in den Mittelpunkt bzw. an deren Anfang, sieht jene darin jedoch längst nicht erschöpft, sondern geradezu als Ursprung jeglicher geistigen Verbindung: „… und selbst der Gedanke, dieser feinste und letzte Sprössling der Sinnlichkeit verläugnet diesen Ursprung nicht“ (1795).

Im Ausstellungsteil von [PAARE]: werden Werke gezeigt, welche die Besonderheit und Exklusivität der Paarbeziehung, gleich welcher sexuellen Orientierung, im intimen Verhältnis zeigt. Es wird damit die Bedeutung intimer Bindung – sowohl im gelungenen als auch im irritierten Fall – auf künstlerische Weise zur Darstellung gebracht und damit auch ein wichtiges Arbeitsfeld der Sexualmedizin für therapeutische Interventionen zu beleuchten. Die der künstlerischen Darstellung innewohnende Freiheit der Behandlung des Themas – von der Verabsolutierung des Einzelfalls, der Abstraktion der Vielfalt des Wirklichen im Symbolischen bis zur Ästhetisierung des Extrems – bildet den Ansatzpunkt für einen Dialog von Kunst und Wissenschaft.

[PAARE]: widmet sich im Dialog von Kunst und Wissenschaft Grundfragen der Paarbeziehung. Ist das Bedürfnis nach einer exklusiven Zweierbeziehung wirklich eine menschliche Universalie oder Ergebnis kultureller (auch religiöser) Überformung bzw. Normierung? Ist die sexuelle Dimension notwendige Grundlage jeder Paarbeziehung? Wie verändert sich die sexuelle Dimension im Laufe langjähriger Paarbeziehungen? ¬¬¬¬Welche Auswirkungen haben die Transformationen der Geschlechterrollen und die Pluralisierung von Geschlechtsidentitäten auf exklusive Paarbindungen? Wird eine Paarbeziehung als Einschränkung oder Weitung der eigenen Individualität erlebt? Welchen Einfluss haben sexuelle Störungen auf die Qualität der Paarbeziehung? Welche Bedeutung hat „beziehungslos“ gelebte Sexualität für das Individuum und die Gesellschaft?

Das Projekt [PAARE]: ist als Folge von Veranstaltungen geplant, bei der einmal im Jahr über einen Zeitraum von zwei Wochen die Hörsaalruine des Medizinhistorischen Museums der Charité zu einem lebendigen Dialogforum für Wissenschaftler, Künstler und Publikum zum Thema „Paarbeziehung“ wird.

Zu den Ausstellungen erscheint jeweils eine Begleitpublikation (Katalog), die auch den Ertrag des interdisziplinären Dialogs dokumentieren soll.

Haben Sie noch Fragen?
Kontaktieren Sie uns gerne:
Tel: +49 4262 / 955 69 16
Mail: sekretariat@humboldtstiftung.de